Schwarzer Drache - die Macht des böhsen ^^
Too much, too deap, Seelenlos, ohne Verstand...






Colours

Zeit

Schwarzes Meer

Hat es einen Sinn?

Was...

Dancer

Nebeldämonen

Stille und Schlaf

Tick Tack

Die Nebelkatze

Himalaya
(Lange Geschichte, ich stell hier nur die ersten Seiten rein)




Colours


The most beautiful colour I’ve ever seen
is the colour of grass, the colour green.
But if black
came back,
my mind would split
I think
this colour would then be my favourite...
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Zeit

Trauriger, leerer, verlorener Blick,
wünsche die alte Zeit zurück.
Die Uhr lief ab, alles vorbei.
Wünschst du die alten Stunden herbei?
Zu spät,
gleich kommt er auf leisen Sohlen,
der Sensenmann,
um dich zu holen…
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Schwarzes Meer

Nicht weit entfernt ein schwarzes Meer,
dunkel schimmern die Wellen.
Versuchst es jetzt schon lang nicht mehr,
dich gegen die Trauer zu stellen.

Von Sehnsucht verzehrt schweift dein Blick
über die schwarze Weite.
Wer weiß, vielleicht war es nicht dein Glück,
als er dein Leben befreite.

Dein Geist, der hat die Freiheit gesehn,
sagt alles oder nichts.
Willst du den Weg des Geistes geht?
Man sieht die Entscheidung im Schein des Gesichts.

Von tiefster Sehnsucht und Trauer getrieben
schreitest du vorwärts zögerlich.
Wo ist all die Schönheit geblieben?
Die Wellen nehmen dein Leben mit sich.

Endlich ist deine Seele frei,
dein Geist entschied sich fürs Nichts,
du brichst die Herzen der Schiffer entzwei,
wenn sie deinen Geist sehn im Schatten des Lichts.
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Hat es einen Sinn?

Was nützt mir die Seele
Wenn sie eh fliegt von dannen
Was nützt mir mein Herz
Du hast´s doch gefangen

Was nützt mir ein Engel
Der eh nicht kann fliegen
Was nützt mir die Wahrheit
Bei all den Intrigen

Was nützt mir Vertrauen
Du brichst es bestimmt
Was nützt mir die Liebe
Wenn der Tod sie mir nimmt


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Was

Was kann man tun gegen die Hilflosigkeit,
Wenn das Wort selber doch „Ohne Hilfe“ bedeutet?
Was kann man tun gegen etwas,
Gegen das man nichts tun kann?

Was kann ich tun für jemanden,
Dem ich nicht helfen kann?
Was kann ich sagen,
Ohne zu wissen was ich sagen will?

Wie lange kann jemand warten,
Der nicht in die Zukunft will?
Wie lange muss jemand warten,
der sich nach der Zukunft sehnt wie die Wüste nach Wasser?

Wie weit muss man gehen um sein Ziel zu erreichen,
Wenn man nicht mal sein wirkliches Ziel kennt?
Wohin soll man gehen,
wenn man einfach fort will?

Soll man alles zurücklassen, was man hat
Ohne zu wissen was einen erwartet?
Weis man wirklich was Armut ist,
wenn man Jahrelang in einem Schloss lebte?

Weis man, was Hunger ist,
Wenn man Jahrelang im Schlaraffenland lebte?
Weis man was Angst ist,
Wenn man sich Jahrelang nicht fürchtete?

Warum hoffe ich für jemanden, dass er geht,
Wenn ich das doch gar nicht will?
Warum weis ich nicht was ich tun soll,
Wenn man mich um Hilfe fragt?

Was soll ich tun,
Wenn ich bis an meine Grenzen getrieben werde?
Warum ist die Welt so groß,
Dass man nichts tun kann?

Wie soll man sich entscheiden,
Wenn die Seele zwiegespalten ist?
Wie soll man die Zeit des Wartens verbringen,
Wenn man doch nur fort möchte?

Ist man stark genug zu widerstehen,
Wenn die Versuchung doch so Groß ist?
Bin ich stark genug,
mich so zu quälen?

Bin ich stark genug,
dennoch zu Hoffen?

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Dancer

Dancer on the path of the
Cold
one step away
from death,
one second away
from the endless
one sound away
from complete silence
the light
at the end of the tunnel
the sword, the wing
decision
one step

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Tick Tack

Das Böse in dir
Der Hass
Tiefe Verachtung wächst im Dunkeln heran
Ohne ein Wort
Sie regt sich und steckt sich
Ohne eine Bewegung
Sie wird stärker und beginnt zu hassen
Ohne einen Ton
Sie manipuliert dich
Tick
Zeigt dir was das Böse ist
Tack
Und du beginnst sie zu lieben
Ohne Verstand
Ergibst dich ihr völlig
Ohne Sinn
Färbst deine Seele schwarz
Ohne Farbe
Wie lange noch
Tick
Für immer
Tack
Die Freude an der Qual
Ohne Schuld
Der Wille zu töten
Ohne Skrupel
Verlorene Seele
Der Schwarze Hass
Wie weit wirst du gehn?

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Nebeldämonen

Nebelgeister waten langsam, wabernd durch die Fluten
grauer Nebelwände,
die bedrohlich weiterwachsen
und mein einsam Herz nun lassen bluten

Leicht verstellte Münder böse lachend in dem Grau
der weiten Welt
diesig leuchtend gelbe Augen
wissen wo ich bin genau

lang gezogne Krallen, Zähne die aus Stein
zu seien schein.
und leise Stimmen flüstern wispernd
bald schon bist du mein

Oh du so verfluchte Sehnsucht
die mich in die kalten Wälder zieht
oh du so geliebter Nebel
warum mein Geist nur vor dir flieht

Eisig kalt vertraute Hände
streicheln mein Gesicht
als ich in die Sümpfe steige
zurück will ich nie wieder nicht

nur ein blasser leiser Schimmer
fern am weiten Waldesrand
lässt mich kurz erinnern
bevor du mir gibst deine Zarte Hand

Und wie ein Hauch des Windes
bist du nun verschwunden
lässt mich wieder hier allein
mit allen meinen Wunden

Oh du mein geliebter Nebel
schmerzest mit so sehr
denn wenn du mich hier lässt allein
so brauch ich dich noch mehr

Eiseskalte, nasse Lippen
küssen nun die meinen
tief im Grau da seh ich Augen
und ich seh sie weinen

Oh du mein geliebter Nebeldämon
erzähl mir deinen Schmerz
'es hungert mich' flüsterst du sanft
ich schenkte dir mein Herz

Nun bin auf ewig ich mit dir verbunden
das grauenvolle Leid das ich erfuhr
zerfraß auch meine Seele
doch brachst du nur den deinen Schwur

So irre ich gepeinigt nun
gar blind von allen dingen
erfolglos suche ich nach dir
und deinen silbergrauen Schwingen

Ach wenn ich dich gefunden hätt
ich würd dir alles geben
doch weis ich eines sicher
du nähmest mir mein Leben

Nebelgeister waten langsam, wabernd durch die Fluten
grauer Nebelwände,
die bedrohlich weiterwachsen
und mein einsam Herz nun lassen bluten

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Stille und Schlaf


Leise hüllen dicke Flocken Schnee,
Alles weiß in Waben,
Lassen Menschen schnell vergessen,
Was unter ihnen ist begraben.

All die Last und alle Sorgen,
Aus der warmen Zeit,
Finden werden wir sie morgen,
Doch der Morgen der ist weit.

Und neuer Kummer der uns plagt,
Tut jetzt noch viel mehr weh,
Er kann die Sorgen nicht erreichen,
Durch den dichten Schnee.

Kürzlich haben wir vergessen,
Alle unsre Leiden,
Haben Freude blank gegessen,
Wie Kühe auf den Weiden.

Doch auch all die schönen Zeiten,
Haben mal ein Ende,
Sehen wir in weiter Ferne,
Schon die weißen Wände.

Kurzes Leiden, kurze Trauer,
Nun ist es vorbei,
Mich trennt von Emotion die weiße Mauer,
Es ist mir einerlei.

Das schöne an den Wintertagen,
Ist die kalte Stille,
Dein Geist hört auf sich selbst zu fragen,
Gebrochen ist dein Wille.

Das stumme Lied gefrorner Landschaft,
Und das vergessen meiner Welt,
Wenn man die Sorgen an den Rand schafft,
Ist alles was noch zählt.

Wenn abends finster wird der Wald,
Und keiner wagt sich aus dem Haus,
Freu ich mich leise, denn ich weiß bald,
Da geh ich in die Nacht hinaus.

Die ruhige Stille ist nur hier,
Wen weiße Flocken tanzend um sich werben,
Und manchmal, ja da denk ich mir,
Ich wünscht im Winter würd ich sterben.


Jetzt weiß ich, was das schönste ist:
Wenn Kälte an den Händen beißt,
wenn niemand weiß wo du nun bist,
und Schnee die eigne Spur vereist.

Das Gefühl, das ist das schönste,
Nicht jeder kann es teilen,
Weil doch die meisten Leute,
Die Nacht im Haus verweilen.

Es ist die Leere die ich such,
Die stillen Stunden Einsamkeit,
Vielleicht ist es doch wie ein Fluch,
Nichts schön’res gibt es weit und breit.

Wenn ich den Winter vor mir seh,
unendlich leere, weite Weiße, sich in die Ferne dehnt
und dann die stumme Stimme hör,
die sich schon lange nach mir sehnt.


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Die Nebelkatze


Die Nebelkatze ist alt geworden. Die jungen Katzen auf dem alten Hof haben schon längst die Herrschaft an sich gerissen.
Es ist Nachmittag und die Herbstsonne scheint in Stahlen auf den warmen Stein des Hofes. Dunkle Schatten von den Bäumen huschen über Sandsteine. Alles ist leer. Die Bäuerin ist in der Stadt, der Hofhund, ein alter zotteliger Bernhardiner schläft, und der alte Bauer ist noch auf dem Feld.
Leise, ohne von jemandem gesehen oder gehört zu werden legt sich die Nebelkatze an den Rand des Hofes auf einen warmen Felsbrocken. Die tupfigen Schatten der Blätter vermischen sich mit ihnen grauen Flecken.
Sie ist immer nervös, immer auf der Hut, wenn sie schläft, schläft sie nicht ganz, stetig zuckt ihre weiße Schwanzspitze, stetig flackern ihre bersteinfarbenen Augen auf. Diese Wachsamkeit zehrt an der Energie, die Nebelkatze ist alt und ihr Leben ist anstrengend geworden.
Nun döst sie in der späten Nachmittagssonne, auf dem Hof den sie ihr Leben lang bewohnt hatte. Und keiner hat sie jemals gesehen. Nur ein graues Huschen auf grauem Grund. Und dann hieß es nur, da war wieder die Nebelkatze. Mehr als ein Aberglaube, als Wissen. Für die Enkelkinder der Bauern ist das ein schönes Märchen, für die Bäuerin eine gelegene Gutenachtgeschichte. Nur der alte Bauer, der weiß, dass es die Nebelkatze gibt. Er hat sie gesehen, eines Nachts, als sie auf der Mauer saß und den Mond anschaute. Da hat sich die Nebelkatze umgedreht und ihm genau in die Augen geschaut. Sie hat die Augen zusammen gekniffen und ihre Flecken sind mit den Schatten der Nacht verschmolzen. Da war sie verschwunden, zurück blieb ein grauer Hauch, an einen Nebelfetzen erinnernd, der sich langsam auflöste.
Der Bauer hat nichts gemacht. Er stand nur am Fenster, hat gelächelt und ist zurück in sein Bett gegangen.
Blinzelnd öffnet die Nebelkatze ihre Augen. In letzter Zeit erinnert sie sich häufiger an diese Nacht.
Die Sonne ist hinter dem Hügel verschwunden, und die Katze spürt wie sich die letzte Wärme in den Felsen zurückzieht. Es wird kalt. Die letzten Sonnenstrahlen sind am Holztor der Scheune. Das weiß sie. Früher lag sie dort oft, um nur als ein Schemen zu verschwinden, wenn jemand kam. Heute ist sie zu müde. Viel zu groß ist die Chance gesehen zu werden.
Sie steht auf, streckt sich, und für kurze Zeit verschwindet sie, als sich ihre Flecken mit den dunklen Schatten des Busches vermischen. Gerade will sie durch das Loch in der Mauer schlüpfen um sich einen warmen Platz in der Scheune zu suchen als sie stutzt. Dort an der Scheune, in den letzten Strahlen der Sonne, sitzt der Bauer an das Tor gelehnt und schläft.
Die Schwanzspitze der Nebelkatze zuckt. Es ist kalt hier. Und zum ersten Mal in ihrem langen Leben bekommt sie das verlangen nach Nähe und Geborgenheit.
Leise schleicht sie sich im Schatten des alten Stalles entlang, schaut nach jedem ihrer trippelnden schritte zum Bauern. Ihre Schnurrhaare Zucken, der graue Schwanz mit den dunklen Flecken schlägt nervös hin und her, schon lang war sie nicht mehr so aufgeregt. Die Sonne verschwindet. Der Hof ist dunkel, am Horizont sieht man einen roten Streifen der an die Sonne erinnert.
Die Nebelkatze schaut sich um. Der Hofhund schläft immer noch und die jungen Katzen sind am Dachstuhl bei den Ratten und Mäusen.
Leise huscht sie über den Hof. Nervös sitzt sie an der Ecke der Scheute, schaut zu dem alten Bauern, der ruhig atmet. Sie spürt seine Wärme. Sie spürt die Kälte der weißen Scheunenwand. Lang gezogen streicht sie mit großen geschmeidigen Schritten zum Bauern. Jetzt ist sie genau vor ihm. Ihre Ohren zucken nervös. Ihre Schnauze mit feinen weißen Härchen, die an ihr alter erinnern, wittert, nimmt den Geruch des Bauern auf. Sie riecht das Korn. Der Bauer hat heute Gerste geerntet. Die Nebelkatze mag Gerste. Hier um den Hof stehen viele Gerstenfelder, die sie oft in den Nächten umrundet. Sie fühlt sich dort zuhause. Die Nebelkatze macht sich lang, streckt sich und berührt mit zitterndem Kopf die abgetragene Hose des alten Bauern. Langsam streckt sie eine Pfote aus, die rechte, schwarze mit den hellgrauen Punkten. Dann springt sie auf seinen Schoß. Versucht sich so leicht wie möglich zu machen. Steht eine Minute zitternd, voller Anspannung auf dem Bauern, setzt sich dann hin. Langsam. Der Schwanz wild schlagend, doch wohl darauf bedacht den schlafenden Bauern nicht zu wecken. Vorsichtig treten ihre Pfoten in den weichen Bauch des Bauern. Schön. Warm. Die Nebelkatze kneift die Augen zusammen. Kurz. Der Schwanz hört auf zu schlagen, nur die weiße Spitzte zuckt wie immer. Nun legt sie sich hin. Lehnt sich an die rauen, warmen Hände des Bauern, rollt ihre Pfoten ein, schließt für kurze Zeit die Augen, öffnet sie wieder, nur um sicherzugehen. Sie spürt wie ihr Kopf schwerer wird. Der Bauer atmet etwas stärker. Nur ein Atemzug, gleich einem Seufzer. Die Nebelkatze erschrickt. Ist voller Anspannung um nur bei der kleinsten weiteren Bewegung aufzuspringen. Doch nichts geschieht. Langsam entspannt sie sich wieder. Ihr Kopf sinkt langsam auf die Pfoten, die Augen starren ins werdende Dunkel. Was sie nicht sieht, ist, wie der Bauer leicht blinzelt und seine grauen Augen öffnet, sie zeigen das Alter, die vielen Winter und Sommer, die der Bauer durchgemacht hat. Der Mund des Bauern verzieht sich leicht, er lächelt. Hätte die Nebelkatze gesehen, dass der Bauer wach ist, wäre sie längst davon gesprungen.
>soweit ist es jetzt schon< denkt sich der Bauer >Das die Nebelkatze sich nach Wärme und Geborgenheit sehnt< Vorsichtig löst er eine Hand von seinem Bauch und berührt mit den Fingerspitzen das Fell der Nebelkatze. Die Augenlieder der Katze zucken nach oben. Der Graugefleckte Schwanz schwingt hin und her. Nie hat jemand die Nebelkatze berührt. Nie hat sie die Finger eines Menschen gespürt. Der Bauer schiebt seine Hand vorsichtig an den weichen Hals und beginnt die Katze vorsichtig zu kraueln. Nie hat sie dieses Gefühl gehabt. Die Nervosität fällt langsam von ihr ab. Der Schwanz hört auf zu schlagen, nur die weiße spitze zeigt wie immer ihre Wachsamkeit. Ihr Kopf fällt langsam auf ihre Pfoten. Die Bernsteinaugen schließen sich langsam. Und dann schnurrt sie zum ersten Mal in ihrem Leben für einen Menschen. Für den Bauern. Es ist ein raues schnurren, das am Anfang etwas stockt, wie ein alter Motor der seit Jahren nicht mehr angelassen wurde. Und dann, als hätte sie sich wieder daran erinnert, wird es zu einem monotonen beruhigenden Geräusch. Es ist ein schönes, altes Schurren. Es ist kein lautes, angebendes Schnurren, das viele Katzen haben. Es ganz leises, ruhiges. Die Nebelkatze braucht niemanden zu beeindrucken. Heute, jetzt, schnurrt sie nur, und zum ersten und einzigen mal für den Bauern, in dessen Auge eine Träne des Glücks das Mondlicht reflektiert. Seine rauen Hände kraueln das weiche Fell der Nebelkatze, das noch nie jemand berührt hat. Er sieht sie dass Fell, jedes einzelne Härchen, wie das Mondlicht matt auf den Haaren schimmert und das Fell wie eine sanft im Wind wogende Baumkrone scheinen lässt.
Und dann, zum ersten mal, seit vielen, vielen Jahren, rollt sie ihren Schwanz ein, die weiße Spitze hört auf zu zucken und die Nebelkatze fällt in einen ruhigen Schlaf. Das Schnurren verebbt langsam. Jetzt kann man auf der weißen Schwanzspitze kleine graue Tupfen erkennen. Gedankenverloren streicht der Bauer mit seiner Hand über den Rücken der Katze. Nie hätte er sich vorgestellt die Katze jemals aus der Nähe zu sehen. Und jetzt liegt sie auf seinem Schoß. Nie hätte die Katze sich vorgestellt dem Bauern zu nahe zu kommen, und jetzt liegt sie auf seinem Schoß. Sie hatte sich schon lange nicht mehr so geborgen gefühlt.
So sitzt der Bauer mit der Katze im Mondlicht. Er spürt, wie das Atmen der Nebelkatze ruhiger wird. Langsamer. Verebbt. Aufhört. Nun ist sie ganz still, bewegungslos. Die Wärme, nach der sie sich in den letzten Monaten so sehr gesehnt hatte streicht aus ihrem Körper. So hat die Nebelkatze den schönsten Lebensabend gehabt, und dem Bauern das größte Geschenk gegeben das er jemals bekommen hatte. Der alte Bauer merkt, das der letzte Atemzug der Nebelkatze verstrichen ist, spürt er wie das Fell unter seinen Fingern langsam dünner wird, sich auflöst. Als er nach unten schaut, sieht er wie sich der leblose Körper auflöst, und wie sich ein Dunststreifen durch seine Finger ringelt, hoch zum Himmel. Und durch den Mond und die Sterne schaut es so aus, als ob die einzelnen Nebeltropfen noch einmal, ein letztes Mal wie die Augen der Nebelkatze bernsteinfarben aufleuchten.
Der Bauer steht auf, geht ins Haus, spricht nicht mit seiner Frau, isst nichts, legt sich sofort ins Bett und schläft. Tief in der Nacht wacht er auf und stellt sich ans Fenster und sieht auf der alten Mauer eine Katze sitzen, die den Mond anschaut. Die Katze dreht den Kopf, sieht den Bauern, kneift die Augen zusammen, und löst sich langsam auf, verschmilzt mit den Schatten der Nacht. Doch wenn der Bauer genau überlegt war diese Katze nicht grau. Die hatte einen Sandfarbenen Schimmer im Fell.
Die braungraue Nebelkatze ist das erste Mal hier. Vielleicht hat sie gespürt, dass sie gebraucht wird.
Denn was wäre der alte Hof ohne Nebelkatze?


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Himalaya


Sie war ein Wildkind. Geboren in der Wildnis. Heimlich. Eigentlich durfte sie gar nicht existieren. Keiner wollte sie. Nur Ihre Eltern liebten sie wie sich selbst. Doch auch ihnen wäre es lieber wenn es sie nie gegeben hätte.
Elben und Menschen gehören nicht zusammen. Die Menschen geben sich nicht mit dem „Magierpck“ ab, wie sie die Elben heimlich nannten. In Wahrheit hatten sie unglaubliche Angst vor ihnen. Die Elben, ein hohes, manchmal zu sehr von sich überzeugtes Volk, wollten nichts mit den niederen Wesen, den Menschen, zu tun haben.

Aber wie es die Liebe so will gibt es Ausnahmen die sich nicht an diese Regelung halten wollen.
Torahji und Maria waren eine Solche Ausnahme. Anfangs war ihre Liebe so stark und sie glaubten an ein Leben zu zweit. Glaubten der Macht zweier Völker widerstehen zu können. Sie konnten. Die erste Zeit. Sie trafen sich heimlich. Und langsam wurde die alte Bärenhöhle zu einer Wohnung. Bis Maria schwanger wurde, was die Menschen in ihrem Dorf bemerkten. Heimlich folgten sie ihr, als sie zu ihrer Höhle ging um Torahji zu treffen. Nicht nur, dass sie sich heimlich mit einem fremden Mann traf, nein! Es musste ja ein Elb sein. Was sollte aus dem Kind werden? Sollte es etwa auch hexerische Fähigkeiten haben, könnte es sogar dem Dorf gefährlich werden??? Nein. Man konnte das Dorf nicht solch einer Gefahr aussetzten.
Als Maria das nächste Mal zur höhle ging, traf sie Torahji schon früher im Wald. Er sagte ihr sie solle nicht zur Höhle gehen. Sie hatte eine Ahnung, die Leute im Dorf haben sie verächtlich angeschaut und getuschelt. Die Frauen am Brunnen redeten nicht mehr mit ihr. Später ging sie trotzdem zur Höhle. Alles war zerstört. Alles, worin die Zwei so viel Liebe gesteckt hatten. Die ganze Arbeit. Ihr heimliches Zuhause.
Die Elben wussten nichts von Torahjis Liebe, auch nichts von seinem Kind. Für die Elben war es so als ginge Torahji in den Wald um sein inneres zu finden. Wie er es all die Jahre zuvor auch getan hatte. Und er hatte es gefunden. Maria.
Eines Tages verkündete Torahji er würde für ein paar Wochen auf Wanderschaft gehen, was genehmigt wurde. Er war ein gerngesehener und geachteter Mann bei den Bewohnern des Clans, er hatte einen hohen Rang bei den Magiern. Die Roben, wie seine Rangstufe genannt wurde, zogen manchmal durch die Berge, was teilweise Jahre dauern konnte.
In ebendiesen Bergen wurde es geboren. Das Wildkind. Heimlich. Und beide wussten, dass sie so nicht leben konnten, dass das Kind bei Maria im Dorf getötet würde, und hier in den kalten Bergen sterben würde. So nahm der Vater das Kind mit sich zu den Elben. Nur seine hohe Stellung verhalf dem Kind zu überleben. Sie gaben ihm eine Frist. Bis zu seinem 14. Lebensjahr, dürfe es im Clan der Waldelben leben, und sein Vater dürfe es unterrichten in allem was er kann. Dann müsse es den Clan verlassen.
Die einzige Erinnerung die das Wildkind an seine Mutter hatte war ihr Gesicht, wie es sich über sie gebeugt hatte. Die langen braunen Haarsträhnen hatten es eingerahmt und das Kind an der Nase gekitzelt. „Himalaya soll sie heißen. Himalaya. Meine Ahnen erzählen von einem Berg gleichen Namens, der über alle anderen aufragte, alles Leid der Welt lastete auf ihm. Doch war er der größte und stärkste und wusste damit umzugehen.“ Und so war Himalaya geprägt.

Himalaya wurde zu ihrem Vater zu den Elben gebracht. Sie wuchs dort auf und wurde geliebt, so wie jedes Kind von seinem Vater geliebt wurde. Sie fand Freunde, so wie jedes Kind Freunde fand. Sie wurde von den anderen Erwachsenen angenommen wie sie war, so wie jedes Kind angenommen wurde. Fast. Im Hinterkopf der Elben regte sich aber immer wieder die Tatsache, dass sie kein reines Blut hatte. Und so wuchs Himalaya auf. Unschuldig, unwissend, und während sie wuchs merkte sie manchmal dass sie anders angeschaut wurde. Doch sie vergaß es immer wieder in ihrer Kindlichen Verspieltheit. Nur tief in ihrem inneren blieb das Gefühl des Andersseins.
Ihr Vater unterrichtete sich in allem was er wusste und sie lernte schnell. Die Leute im Clan gewannen sie lieb und an ihren zehnten Geburtstag hatte schon jeder fast vergessen dass sie anders ist. Sie gehörte zum Clan wie alle andern Kinder, keine Frage. Und ihr Vater brachte es nicht übers Herz ihr die Wahrheit zu sagen. Auf die Frage wo denn ihre Mutter sei, antwortete er ihr stets dass sie ihn vor vielen Jahren verlassen hatte.
An ihrem dreizehnten Geburtstag war es an der Zeit sie auf ihr kommendes Leben vorzubereiten. An ihrem dreizehnten Geburtstag änderte sich alles. Die anderen Kinder begannen für ihre Aufnahmeprüfungen in Magierschulen in andern Clans zu lernen. Und Himalaya wurde erzählt wer sie ist, und dass auch sie zu ihrem vierzehnten Geburtstag gehen müsste. Aber nicht zu den Magiern, sondern fort. Fort von allem was sie kannte und liebte. Während die anderen Kinder meditierend im Wildgarten saßen, lehrte Torahji seiner Tochter das überleben in der Wildnis, denn sie konnte nicht bleiben wo sie war, sie konnte nicht zu den anderen Clans und nicht zu den Menschen. Bei dem Verdacht eines Magiers, vor allem eines Mischlings würde sie gnadenlos hingerichtet werden.

So kam der vierzehnte Geburtstag. Es gab eine große Abschiedsfeier für alle Kinder die nun aufbrechen würden, ihr Glück zu suchen und zu finden. Himalaya war lange auf dem Schoß ihres Vaters gesessen und hatte geweint.
Am nächsten Morgen brachen alle auf. Himalaya bekam von ihrem Vater seinen Lieblings Falken geschenkt. Duvis, der Silberfalke, er war schneeweiß, nur der silbrige Schnabel und die Beine erinnerten an den Namen seiner Rasse.
Der Abschied war fast Wortlos. Tränen rannen ihr über die Wangen wie die kleinen Rinnsäle im Obstgarten. „Papa“ war das einzige was sie hervorbrachte, „geh“, sagte Torahji nur, strich ihr ein letztes Mal über den Kopf und schloss eine Augen, damit er seinen eigenen Tränen, die still auf den Boden tropften, nicht sehen musste.

Und Himalaya ging. Sie ging schnell, drehte sich nur einmal um. Sie ging die ganze Nacht durch. Wusste nicht wohin. Einmal sah sie in der Ferne ein Dorf umging es jedoch in einem großen Bogen.
Sie lief, irrte durch das Gebirge, wochenlang, monatelang, gedankenlos. Aß nur wenig, Duvis fing manchmal Mäuse oder Kaninchen, und zwang Himalaya durch ständiges Anstubsen sie zu essen. Roh. Feuer zu machen wären für sie unmöglich gewesen.
In der Nacht legte sie sich einfach auf den Boden, ihre Decke hatte sie verloren, es war Sommer, und sie hätte auch sonst nichts außer die Kälte in ihrem Herzen gespürt.
Ihre Kleider waren voller Dreck und von Dornen zerrissen. Die Füße wundgelaufen, sie hatte ihre Schuhe in einem Sumpfgebiet verloren. Ihre einst schönen, langen Haare waren verfilzt und teilweise nur noch halb so lang wie vorher. Ihr Gesicht war verkrustet von Erde und getrockneten Tränen. Die Knie aufgeschürft.
Sie wusste nicht wohin sie ging, dachte nicht darüber nach, lief immer weiter, bemerkte den Silberfalken kaum, der sie treu begleitete.
Himalaya kam an einen Fluss, das Wasser so klar wie der Himmel und es schimmerte in einem Türkies, das schon fast blau war. An den tiefen Stellen hatte er eine intensive Farbe, an den flachen weißen Kiesstränden schimmerte er fast durchsichtig. Das alles sah sie nicht. Sie lief kopflos das Ufer entlang, stolperte über die größer werdenden Felsbrocken voran.
Der breite ruhige dahinströmende Fluss wurde schmäler und schneller. Große Felsbrocken ließen das Wasser aufschäumen. Langsam wurde aus dem Flusstal eine Schlucht. Schwarze Felsen zwischen denen sich feiner weißer Kies häufte, säumten das Ufer. Himalaya hetzte wie in der Flucht darüber. Sie spürte weder ihren Muskelkater noch das kalten Wasser das ihre Füße langsam taub werden lies. Immer öfter stolperte sie, rutschte an den von Algen bewachsenen Felsen ab. Duvis konnte sich nur noch Flügelschlagend auf ihren Schultern halten bis er sich schließlich kräftig abstieß, seine Schwingen öffnete und sich in größer werdenden Spiralen zum Himmel schraubte um Himalaya von oben zu begleiten. Das letzte Sonnenlicht reflektierte in seinen Augen und auf seinem fast strahlend silbernen Schnabel, den er hin und wieder öffnete um einen leisen, verzweifelten Ton von sich zu geben. Doch seine Herrin kletterte und stolperte weiter ohne Verstand, ihre einst zarten und nun verschrammten Hände rutschten immer wieder an den glatten Steinen ab, alte, vom Fluss angetriebene Äste und Wurzeln zerrissen ihre Kleider, spitze Kanten zerrissen ihre Haut noch mehr. Von obern sah Duvis wie das Wildkind immer stärker atmete, und doch kletterte sie wie im Wahn weiter vorwärts.
Plötzlich hielt der Falke inne. Weiter vorn konnte er eine etwas höhergelegene, trockene Sandwanne in einer Felskuhle erkennen. Im Sturzflug schoss er darauf zu. Die Federn an seinem Kopf vibrierten leicht im Wind. Aufhalten könne er Himalaya. Aber zum Umkehren bewegen? Niemals. Fast hatte sie die Stelle erreicht.
Duvis erkannte erneut wie erschöpft sie war. Laut kreischend flatterte er vor ihrem Kopf, stieß sie immer wieder mit seinen Klauen in Richtung Sandwanne. Sie versuchte ihn wie eine Lästige Fliege zu verscheuchen. Doch das verzweifelte Tier ließ nicht locker. Immerwieder flog er an sie heran und lies seine Schwingen über ihre Haare schlagen. Wenigstens wurde sie nun langsamer, hetzte nicht mehr ganz so panisch vorwärts. Und dann registrierte sie durch den dichten Nebel der Verzweiflung in ihrem Kopf, ihren Falken. Und sie verstand was er meinte. „Ja Duvis“ War das einzige was sie hervorbrachte. Es war das einzige was sie seitdem sie den Clan verlassen hatte, immer dann gesagt hatte, wenn Duvis endlich für kurze Zeit zu ihr durchdringen konnte. „Hast recht Duvis“ „Stimmt ja Duvis“. Mehr nicht. Erschöpft kletterte sie die Steinstufe hinauf und lies sich wie tot in den weichen cremefarben Sand fallen. Heller Staub flog auf, legte sich langsam wie ein Mantel auf ihren Rücken. Die Lippen leicht geöffnet schlief sie auch schon ein. Sie merkte nichteinmal wie Duvis die Sandkörner von ihrem Mund pickte, die bei ihrem Sturz hängen geblieben waren. Er pickte auch die Steinchen aus den Handflächen und zog Dornen aus den klammen, wunden Füßen. Schließlich legte er sich wie ein brütender Vogel in ihren Nacken und versuchte ihr wenigstens ein bisschen Wärme zu geben. Wo war bloß sein lebensfrohes Mädchen geblieben?
Sie träumte, das sah er deutlich, ihre Augenlieder flackerten. Was träumte sie? Sie bekam ja nichts mit von ihrem jetzigen Leben. Träumte sie von der Vergangenheit? Lebte sie in ihren Träumen in der Vergangenheit? Sie hatte die Augen weit aufgerissen nur, um doch wieder nichts zu sehen. Vor was flüchtete sie? Duvis wusste nicht wie lang sie das noch aushalten könne. Sie aß fast nie. Trank fast nie. Ihr Körper vollbrachte Tag für Tag Höchstleistungen, ohne dass Himalaya es bemerkte. Doch was sollte der Falke tun, er hat wieder und wieder versucht sie aus ihrer Trance zu wecken, doch er konnte nur für kurze Zeit zu ihr durchdringen, und selbst das war sehr anstrengend für ihn. Er hatte es versucht, indem er davon geflogen war, und sie heimlich beobachtete. Doch sie hetzte stets weiter, bemerkte nichteinmal das Verschwinden ihres letzten Vertrauten.
Duvis war am Rande der Verzweiflung. Er liebte Himalaya doch so sehr. Und jetzt lief sie kopflos in die Schlucht, die immer gefährlicher wurde. Himalaya sah keine Gefahr mehr. Es war als wäre ihr Kopf leer. Duvis hoffte immer wieder dass der nächste Morgen nicht anbrechen würde. Himalaya würde in ihr eigenes Verderben laufen. Der Falke sah es fast bildlich vor sich wie seine Herrin in die reißenden Fluten stürzte und ertrank.
Erschöpft und nervös schlief er ein, träumte von Nebelfezten die sich in Himalaya verwandelten, die immer wieder hinfiel und nicht anderes als „Ja Duvis“ murmelte. Die Steine unter ihr verschmolzen zu einem Sandboden, dehnten sich aus. Himalaya war mit ihrem Falken in einer Wüste gelandet. Duvis sah sie rennen, sah Kamele und Menschen, die Steine aßen. Aber Himalaya sah er nicht mehr. Sie war verschwunden. Erschöpft fiel er zu Boden. Er fiel auf cremefarbenen Sand, der in einer Staubwolke aufwirbelte und in seine Nasenlöcher drang. Er bekam keine Luft mehr und wachte auf.
Himalaya war verschwunden.
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